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Klein…war zwar heiß geliebt vor einem Vierteljahrhundert, aber ich habe auf die Schnelle nur 2 (!) Fotos mit dem Auto gefunden – wenn ich bedenke, wieviel Bilder ich von meinem aktuellen Käfer habe, war ich früher wohl weniger sentimental… Der General-Anzeiger Bonn hatte im Zusammenhang mit der evtl Produktionseinstellung des T2 in Brasilien online nach Fotos und Geschichten gefragt. Knut Dahl hatte direkt etwas in petto, so muss ich wohl nachlegen.

Den Bulli hatten wir 1987 als „Kombi“ gekauft und selbst low-budget-mäßig umgebaut. Das Teuerste waren die Beschläge für die als Bett umklappbare hintere Sitzbank – den Schaumstoff dazu wurde in einer Bonner Fabrik gekauft, die Bezüge selbst genäht. Tisch war ein Blech-Klapptisch eines verrückten Möbelhauses; ein Seitenschrank und eine „Küchenanrichte“ mit fließend Wasser aus einem 10l-Kanister (mit einer Scheibenwascherpumpe vom Schrott betrieben) und einer Plastikeinbauspüle (10 DM gebraucht) machten die Inneneinrichtung komplett – gekocht wurde mit unserem bewährten Spirituskocher. Clou war ein Mini-Fernseher mit bierdeckelgroßem Bildschirm, den ich zu Geburtstag bekommen hatte.

Wir hatten das Gefährt gekauft, um wirklich unabhängig zu sein und mieden meist Campingplätze. Wir parkten höchstens davor, um Dusche und WC nutzen zu können… Seine Feuertaufe bestand der Bus beim Hamburgmarathon 1987, wo er das Base Camp im Heiligen Geist Feld in St. Pauli darstellte (folgendes Foto). Auf der Rückfahrt erholte ich mich (verbotenerweise) auf der Liegefläche – bis Bonn sitzen hätte ich nach meinem ersten Marathon bis Bonn nicht geschafft…

Der Bus beim Hanse-Marathon

Der Bus beim Hanse-Marathon

Im Frühsommer 1987 sind wir dann spontan durch Frankreich gefahren, um die Sonne zu suchen. Auch hier haben wir keinen Campingplatz bewohnt (höchstens genutzt 🙂 ), sondern auf Autobahnparkplätzen oder auch neben einem Friedhof genächtigt – halt irgendwo, wo sanitäre Anlagen waren… Die Franzosen mögen diese unentgeltliche Nutzung nicht so; nachdem wir schon tagsüber einen Parkplatz an der Strandpromende in Nizza hatten, fuhren wir nachts einfach 500m in einen Wald hinein, um zu schlafen. Ein Polizeiauto erschien, der Bus wurde mit der Taschenlampe abgeleuchtet, aber es kam keiner hinein. Wir haben jedenfalls das Nägelkauen gelernt…

auf einem Autobahnparkplatz bei Carcassonne

auf einem Autobahnparkplatz bei Carcassonne

Im Zuge der Umstellung auf bleifreies Normalbenzin mussten wir später zwangsweise verbleites Super tanken, was uns das Wasser in die Augen trieb. Als 1989 sich Nachwuchs ankündigte (und der TÜV drohte), wurde der Bulli abgeschafft – es war vernünftig aber schade…

Mangels Scanner habe ich die Fotos mit der Handykamera abfotografiert – daher die „Qualität“…

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